Mumbo Jumbo

Die Welt fährt Achterbahn

Mumbo Jumbo heißt eine der steilsten Abfahrten der Achterbahn im Sequoia Adventure Park in Kalifornien, und Mumbo Jambo machten auch Politik und Börsen heute. Hui ging's dahin.

Und wenn auch eine Abfahrt niemals überraschend kommt, hatte unsere politische Verantwortungsgemeinschaft und ihr Presseappendix offenbar keine Ahnung, was bevorstehen würde. So hob ein Geschnatter an wie auf dem Gänsemarkt und aus allen europäischen Hauptstädten ließen sich in vielen Sprachen aufgeregte Mandarine vernehmen mit abstrusen Ideen und Vorschlägen, wie der neuen Lage beizukommen sei.

EUrsel von der Leine behauptete in Usbekistan (?) man sei „bereits dabei, das erste Paket von Gegenmaßnahmen als Reaktion auf die Stahlzölle fertigzustellen“, aha, bereits dabei. Der in der EU weitestgehend unbekannte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic will „am Freitag mit US-Vertretern sprechen“. Vorher hatte er anscheinend keine Zeit gefunden.

Monsieur Macron rief dazu auf, Investitionen in den USA vorerst auszusetzen. Wen rief er auf? Seit wann interessiert sich die Industrie für Aufrufe von Politikern? Italien machte wenigstens einen vernünftigen Vorschlag in Hinsicht auf die europäische Autoindustrie. Man solle gefälligst die Vorschriften zur Senkung von Industrieemissionen aussetzen.

In der Kakophonie dürfen natürlich die Grünen nicht fehlen. Der immer noch amtierende Habeck, der die deutsche Industrie gekonnt vor die Wand fuhr, und eine neue Definition von Pleite in die wissenschaftliche Welt einführte, lieferte eine philosophisch-historische Einordnung der Trumpschen Zoll-Politik. Die sei durchaus vergleichbar „mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine und der drohenden Gasmangellage“. Als Reaktion fordert er „strategische Investitionen“, sprich Staatsknete für „Cloud und KI“, wie sie ja im Klimabereich (Pleitefirma Northvolt) so erfolgreich waren.

Die staatstreue Presse beömmelt sich derweil über US-Zölle für die Weihnachtsinseln, die gar keinen Handel treiben (aber von Australien verwaltet werden). Das folgt dem verordneten oder sogar geglaubten Narrativ, in den USA sei ein Verrückter einem geistig bis zur Machtübergabe stets besonders regen Joe Biden ins Amt gefolgt.

Dass die Staatsverschuldung und eine erratische Außenpolitik die USA an den Rand der Staatspleite gebracht haben, ist bis zu hiesigen Experten oft mit spezialdemokratischem oder grünem Hintergrund noch nicht durchgedrungen. Dass die Globalisierung mit gleichzeitiger, gesteuerter Völkerwanderung zwangsläufig zum Untergang des „Westens“ führen würde, wollte niemand wahrhaben. Die einen wegen steigender Börsenkurse dank ausgelagerter Arbeitsplätze nicht, die anderen nicht wegen ideologischer Blindheit. Trump versucht nun die Kehrtwende, mit fixen Burschen und cleveren Mädchen an seiner Seite, und die Herrschaften vom Team EU werden die Deppen sein. Aber die haben wir ja selbst gewählt. Irgendwie.

Donald hingegen, zuversichtlich wie eh und je, beendete den Tag mit „Die Operation ist vorbei! Der Patient lebt“. So isser halt.

3 comments

  1. Krufi 3 April, 2025 at 20:54 Antworten

    Zölle hier, Zölle da, heute anscheinend das Top-Thema in den Gazetten?? Aber es scheint, dass Trump wirkt, egal wie man zu Trump eingestellt ist!! „Die Europäische Kommission erwägt, einige Bestimmungen ihrer Gesetzgebung zu grüner Energie zu überarbeiten, um die Belastungen für EU-Unternehmen zu verringern, die angesichts der sich verschärfenden wirtschaftlichen Probleme in Schwierigkeiten geraten sind. Dies hat Politico unter Berufung auf Quellen berichtet.“ Hmm.. wird der Klimawandel jetzt auch abgesagt???

    Und sonst so??

    300 Millionen Verlust – BASF steigt aus Offshore-Windprojekt Nordlicht 1 und 2 aus. Mensch BASF, da gibt es doch einen neuen Topf von 100 Mrd. Da könnte man doch bestimmt einige 100 Mio. abgreifen!!

  2. Franck Royale 3 April, 2025 at 22:30 Antworten

    Die Assoziation mit einem „Angriffskrieg“ hatte ich auch: Man konnte die intellektuellen Tiefflieger und Expertengranaten heute gar nicht mehr zählen, welche einem um die Ohren flogen. Das Schlimme ist ja gar nicht mal, daß „unsere politische Verantwortungsgemeinschaft und ihr Presseappendix offenbar keine Ahnung hatten, was bevorstehen würde“ – sondern dass sie überhaupt nicht verstehen, was die Ziele vonTrump sind, jetzt wo er die Katze aus dem Sack gelassen hat. So, ich gehe zurück in meinen Bunker, es sind schon wieder etliche rotgrüne Granaten unterwegs.

  3. habu 3 April, 2025 at 23:35 Antworten

    Die Deppen in Schland und EU haben überhaupt nicht begriffen, was Trump eigentlich bezweckt und fallen reihenweise auf dessen Geschwätz rein, die USA seien von ihren Handelspartnern jahrzehntelang ausgebeutet und beraubt worden und jetzt werde er Gerechtigkeit schaffen. Daran arbeiten sie sich ab, jammern und beklagen einen sinnlosen und heimtückischen Angriff auf die Weltwirtschaft.
    Der Donald aber ist nicht blöd. Er hat gesehen, dass die USA pleite sind, heruntergewirtschaftet von den Demokraten. Jetzt braucht er schlicht Geld, viel Geld. Statt Steuererhöhungen, die ihm verübelt werden würden erhebt er jetzt eben Zölle, die spülen ordentlich Kohle in die Kassen. Und er kann sie seinen Anhängern als entschlossene Tat in deren Interesse verkaufen, Arbeitsplätze, Reindustrialisierung usw.. Dabei müssen diese einen guten Teil der Zeche zahlen, da die USA überhaupt nicht in der Lage sind, alle Importe durch Eigenproduktion zu ersetzen, schon gar nicht in entsprechender Qualität. Das Leben wird also teurer, ganz ähnlich wie bei Steuererhöhungen, aber das Volk ist’s zufrieden. Wie gesagt, der Donald ist nicht blöd.

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